Im Laufe des 19. Jahrhunderts verdrängen Rundtänze wie der Walzer nach und nach die Figurentänze. Übrig bleiben für einen Ball nur noch zwei Choreographien, die man erlernen musste: die Française, die wir heute z. B. immer noch als Mitternachtsquadrille auf dem Wiener Opernball finden, und La Quadrille à la cour, die mancherorts immer noch ein Traditionstanz ist. Diesen beiden Tänzen und ihrer Entwicklung widmen wir unser Wochenende.
Anfang des 19. Jahrhunderts wurde aus einigen, zum Teil bereits im 18. Jahrhundert nachweisbaren Choreographien eine Abfolge von Quadrillen zusammengestellt mit den 6 Teilen : Le Pantalon, L’Été, La Poule, La Trénis, La Pastourelle und Le Finale – diese Abfolge wird in England als The First Set oder The Plain Set of Quadrilles bezeichnet und wurde dort 1815 als Paine’s First Set veröffentlicht. In Deutschland trägt sie viele Namen wie: Contredanse, Contretanz oder Française, und auf den Ballprogrammen ist sie ein unverzichtbarer Bestandteil. Für diese Abfolge wurden immer neue Musikstücke geschrieben oder z. B. aus Opern zusammengestellt. Die heute bekannteste Musik für die Française ist die Fledermaus Quadrille nach Motiven aus der gleichnamigen Operette (Uraufführung 1874) von Johann Strauss (1825-1899).
Eine zweite Abfolge von Quadrillen erreichte bald eine ähnliche Beliebtheit: La Quadrille à la cour oder Les Lanciers – sie besteht nur aus den 5 Teilen: La Dorset (Les Tirores), La Victoria (Les Lignes), Les Moulinets, Les Visites und Les Lanciers. In England wird The Lancers als Duval’s Second Set (Dublin 1817) veröffentlicht, die Teile heißen dort: La Dorset, Lodoiska, La Native, Les Graces und Les Lanciers.
Die Zeiten sind:
Samstag 13:00-15:30 und 16:15-18:45 Uhr
Sonntag 10:00-12:30 und 13:30-16:00 Uhr
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Weitere Informationen finden sich auf meiner Webseite www.historische-tanzkunst.de sowie im Flyer.
