
Martin Rösler gibt eine Einführung in Schritttechniken und Tanzformen der Mozartzeit ( Menuett, Kontratänze, Allemande )
Late 18th century dances

Martin Rösler gibt eine Einführung in Schritttechniken und Tanzformen der Mozartzeit ( Menuett, Kontratänze, Allemande )




Wer schon einmal einen Barock- oder Rokokoball besucht hat oder ein Fan von Jane Austen Verfilmungen ist, kennt sie mit Sicherheit schon: Longways – Tänze in einer Gassenaufstellung, auch englische Tänze genannt. An diesem Wochenende widmen wir uns intensiv den Grundlagen und den Schritten dieser beliebten Tänze, sowie ihrer Entwicklungsgeschichte im 17. und 18. Jahrhundert.

Die Folie diente als Anregung für viele Komponisten, die hierzu Variationen geschrieben haben. Besonders bekannt sind die Variationen von Arcangelo Corelli und Marin Marais am Anfang des 18. Jahrhunderts, am Ende des Jahrhunderts schrieb z.B. auch Carl Philipp Emanuel Bach noch Folie-Variationen. Auch wenn sich die erhaltenen Choreographien auf den Anfang des 18. Jahrhunderts beschränken (Taubert publizierte sie z.B. 1717 in Deutschland), wurde im Tanzunterricht die Folie im ganzen 18.

Die französischen Cotillons erfreuten sich im 18. Jahrhundert großer Beliebtheit. Sie sind neben den englischen Longways die zweite Art von Contredanses. Bei den Cotillons tanzen jeweils zwei oder vier Paare in einer Quadrataufstellung zusammen einen Tanz, der nach dem Strophen – Refrain Prinzip funktioniert. Die Strophen werden dabei in der Regel aus einem festen Repertoire einfacher Figuren entnommen, so dass man meist nur den Refrain lernen muss, der den jeweiligen Tanz ausmacht.

Dieser wunderschöne Tanz für ein Solopaar war einer der größten „Hits“ des 18. Jahrhunderts. Wir finden die Choreographie zwischen 1701 und 1765 in einer Vielzahl von Drucken und Manuskripten in Frankreich, England und Spanien. Somit ist er einer der wenigen erhaltenen Solopaartänze, die man auch mit gutem Gewissen tanzen kann, wenn man die Zeit des Rokoko darstellt. Seine Beliebtheit ist, neben Campras wunderbarer Musik, sicher auf die rundum gelungene Choreographie von Pecour zurückzuführen.

Auch 2018 ist Jane Austen für uns die Namenspatronin für die Tänze der Empirezeit – des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts, auch wenn diesmal kein rundes Jubiläum ansteht. Wir werden uns in diesem Jahr nicht ganz so eng an Jane Austen orientieren, schließlich wollen wir ja auch viele neue Tänze erlernen, der eine oder andere echte Jane Austen Tanz wird aber natürlich dabei sein.